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Autismus-Spektrum

«All autistics are as unique as other human beings.»
ASAN – Autistic Self Advocacy Network

Autis­mus ist Aus­druck mehr­heit­lich ange­bo­re­ner oder in der frü­hen Kind­heit erwor­be­ner, tief­grei­fen­der Ent­wick­lungs­stö­run­gen, von denen rund 1% der Bevöl­ke­rung betrof­fen ist. Um der gros­sen Band­brei­te der auf­tre­ten­den Sym­pto­me gerecht zu wer­den, wur­de der Begriff Autis­mus-Spek­trum-Stö­rung (ASS) ein­ge­führt. Er umfasst Erschei­nungs­for­men mit und ohne Intel­li­genz­min­de­rung sowie mit und ohne Beein­träch­ti­gung der Sprach­ent­wick­lung.

Kenn­zeich­nend sind in jedem Fall Beson­der­hei­ten im Bereich der sozia­len Inter­ak­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on sowie der Ver­hal­tens­wei­sen und Inter­es­sen. Ver­schie­de­ne Ursa­chen füh­ren zu einer Ver­än­de­rung von Funk­tio­nen des Ner­ven­sys­tems. Die Wahr­neh­mung ist bevor­zugt auf Details der unbe­leb­ten Welt aus­ge­rich­tet und das Den­ken erfolgt in hohem Mas­se sys­te­ma­tisch.

«Ich habe den Eindruck, mir fehlt der Speicher für soziale Situationen im Gehirn. Immer wieder ist alles neu.» Matthias Huber

ASS kann mit der Ent­wick­lung beson­de­rer Kom­pe­ten­zen, wie z.B. gros­ser Merk­fä­hig­keit, umfas­sen­dem Wis­sen in Spe­zi­al­ge­bie­ten, krea­ti­ven Lösungs­an­sät­zen für Pro­blem­stel­lun­gen, gutem logi­schen Den­ken oder aus­ge­präg­ter visu­el­ler oder akus­ti­scher Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit ver­bun­den sein. Zugleich bedeu­tet es aber auch, mit eini­gen Her­aus­for­de­run­gen zurecht­kom­men zu müs­sen.

Ins­be­son­de­re Mimik, Ges­tik, Ton­fall etc. kön­nen nur erschwert ent­schlüs­selt wer­den. Sozia­le Kom­pe­ten­zen, die nötig sind, um sich situa­ti­ons­ge­recht zu ver­hal­ten, sind häu­fig ein­ge­schränkt. Gelern­tes wird erschwert auf neue Situa­tio­nen über­tra­gen, die Hand­lungs­pla­nung kann sehr kom­pli­ziert und zeit­auf­wän­dig sein.

«Spezialinteressen bieten Klarheit, Gesetzmässigkeit,
Begriffe und Definitionen, die man verstehen nutzen und über die man sprechen kann.» Matthias Huber

Autis­mus ist nicht heil­bar, wohl aber kön­nen das Sam­meln von Lebens­er­fah­run­gen und geziel­te Unter­stüt­zung dazu bei­tra­gen, behin­dern­de Bedin­gun­gen zu über­win­den und sich erfolg­reich in die Gesell­schaft – in Schu­le und Beruf – zu inte­grie­ren. Es geht wesent­lich dar­um, das wech­sel­sei­ti­ge Ver­ste­hen von Men­schen mit ASS und neu­ro­ty­pi­schen Per­so­nen – so nen­nen Betrof­fe­ne die Nicht-Betrof­fe­nen – auf viel­fäl­ti­ge Art zu ver­bes­sern.

Men­schen mit ASS kön­nen ihre Kom­pe­ten­zen oft nur zei­gen, wenn Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen wer­den, die ihren Wahr­neh­mungs-, Denk- und Hand­lungs­fä­hig­kei­ten ange­mes­sen sind. Dabei spielt das kon­se­quen­te Anknüp­fen an ihre Spe­zi­al­in­ter­es­sen und das Gewäh­ren von Zeit, ins­be­son­de­re für die Anpas­sung an sozia­le Erwar­tun­gen (z.B. an Pünkt­lich­keit, unver­züg­li­che Reak­tio­nen auf Anfor­de­run­gen, Fle­xi­bi­li­tät etc.) eine beson­ders gros­se Rol­le.

«Ich glaube fest daran, dass Träume auch wahr werden können. Da der Beruf ein grosser Teil der Lebenszeit in Anspruch nimmt, würde ich es schade finden, etwas zu tun, was mich nicht ausfüllt …» Aline Sommerhalder

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